Ein Boot für alle Fälle

intro.jpgAls ich noch als Zimmermann auf verschiedenen Baustellen tätig war, habe ich wegen mangelnder Zeit für Bootsstand, Aufbaustunden und Pflege mir solch ein Banana-Boat angeschafft ....
Ich wollte dat Dingen hier mal vorstellen:
Darauf gebracht hat mich ein Berliner Sportfreund, mit dem ich öfter Fliegenfischen ging. Es besteht aus Polyäthylen und ist an den Knickstellen "patent"-verbunden. Stiftung Warentest hat es jedenfalls bei 1 Million mal Knicken nicht entzweigekriegt. Es werden 2 Arten hergestellt, in 4 und in 5 mm-Wandstärke. Die stabileren kann man mit bis zu 7,5 PS fahren. Standardlänge ist 3m, es werden von 2,40 bis 3,60 m auf Bestellung gefertigt. Das Wichtigste: Das Teil (ich habe die Normale 3-m-Ausführung) wiegt ohne Bretter 22 Kilo und kann also bequem getragen werden. Zusammengeklappt sieht´s aus, wie ein Surfbrett und wird auf dem Dach transportiert.

Dachtransport.jpg

Der Zusammenbau erfolgt mittels 12 Splinten und innerhalb von 3-4 Minuten, auseinander ist´s in knapp 2 Minuten vollbracht.

Sitzbank.jpgVersplintung.jpg

Links unten und mitte rechts oben im rechten Bild erkennt man die Aufnahmen für die zusammensteckbaren Alu-Ruder. Diese sind so angeordnet, daß man sowohl von der Mittelducht, als auch vom Bug- oder Hecksitz aus bequem rudern kann. Es läßt sich relativ kursstabil bewegen. Geschwindigkeitsrekorde sind natürlich auf Grund der verwindungsfähigen Bordwände nicht zu erwarten.
Sowohl allein, als auch zu zweit geht es prima.  Ich war damit auf dem Peenestrom in Wolgast unterwegs, bin über den Walchensee, den Edersee, die Bucht von Ebeltoft und natürlich die heimatlichen Gewässer aller Coleur gekreuzt.
Nach 10 Jahren hat der gute Minn Kota die Schraube abgegeben und jetzt tut es ein 2,5 - PS Viertakter. Der ist mir aber beinahe zu schwer. Man darf nicht vergessen, daß die Wände und der Boden sich ja bewegen.

Motor dran.jpg

Die Motorhalterung ist ein Eigenbau. Die Originale ist mit Flügelschrauben heckseitig zu befestigen, was dazu führt, daß man bei zwei Mann immer die Pinne im Rücken hat...Das Stehen im Boot ist daher gewöhnungsbedürftig, geht aber. Ich habe auch schon Leute gesehen, die sich eine Bodenbrett-Konstruktion gebaut haben. Das nimmt aber wiederum Platz weg - suum quique - Eigentlich war´s das schon. Was gibt es noch zu sagen? Das Banana-Boot ist die Alternative für alle, die im Urlaub auf ihr Hobby nicht verzichten wollen.

Komplettboot.jpg

Man kann es überall einsetzen, auch wo keine Slipanlage vorhanden. Tiefgang etwa 10-20 cm - je nach Zuladung. Ich finde das Ding einfach genial! Inzwischen gibt es ähnliche Boote mit Spiegelheck von Porta. Glaube jedoch nicht, daß sich diese ebenso schnell auf- und abbauen lassen.

Also allen allzeit TL und Petri

Klausi, der alte Barschzocker