Pimp my Spinner

Der Spinner ist, war und wird wohl immer ein fängiger Köder sein. Kaum ein Raubfisch der diesen verschmähen würde. Fängt dieses Stück Blech nicht nur Raubfische in Beißlaune. Nein, ein Spinner gibt dem Angler, wie kaum ein anderer Köder vermag, sich die Aggressivität und Neugier der Flossenträger zu nutze zu machen. Meist ist es gar nicht der vermeintliche leichte Happen, sondern eher der Forchungsdrang bzw. die Revierverteidigung die uns den Fisch an den Haken bringt. Aber wie wir alle wissen haben Fische nun mal keine Hände ;-)  Sie können den Eindringling nicht einfach mal schuppsen oder dieses glitzernde Ding begrabbeln. Vielmehr wird diesem sonderbaren, Druckwellen aussendenden "Etwas" nur gefolgt sowie hin und wieder angestuppst. Doch so fangen wir keine Fische! Abhilfe ist der sog. Bucktail. Ein zusätzlicher Reiz, welcher den Beißreflex auslösen soll und bewiesener Maßen auch tut. Wie man diesen "Köder am Köder" ohne aufpetzen der alten Drillinge und unter Verwendung eines Sprengrings anbringt, erfahrt Ihr jetzt....

1) Die altbewährte Methode

Man nehme eine Schere, evtl. eine Ködernadel und natürlich Wolle. Den Wollfaden in ca. 10cm lange Stückchen schneiden und doppelt durch die Öse des Drillings führen. Das ganze macht man nur so oft, wie sich der Drilling frei bewegenkann. Letztlich mit einem der Stück den Hakenschenkel 2-3mal umwinkeln und zu knoten und überstehenden Garn mit der Schere kürzen.

Erste Anlaufstelle für das Beastelmaterial ist natürlich Oma. Ansonsten empfehle ich einen, dieser meist von türkischen Familien betriebenen 1€-Krims-Krams-Läden.... Unglaublich was die für Farben und Formen an Garn haben. Von rosa Puschel bis neon-giftgrünen Wollfäden, habe ich da schon etliches gefunden.

2) Die Gummimethode

Hier dienen uns Einzel- und Doppelschschwanztwister als Bucktail. Desweiteren wird ein Feuerzeug sowie ein scharfes Messer nötig werden. Wir schneiden den Twister auf die Länge des Hakenschenkels zu(1), schneiden den verbleibenden Twisterkörper, längs (etwas über 50%) ein (2). Auf einen Haken des Drillings gezogen, können wir den Twister, im Zentrum des Drillings, um den Haken legen (3). Letzlich erhitzen wir die Schnittseiten bis kurz vor Verflüssigung und kleben den Twister wieder zusammen(4).

Vorsicht!!! Heisses Gummi auf den Händen tut gar nicht gut. Bei den meisten gummies reicht es, die Enden ca. 2sek. an zu kokeln.

3) Zusatz:

Oft werden zur Herstellung von Bucktails die Fasern eines Staubwedels benutzt. Das sieht zwar gut aus, hat aber einen fuer mich entscheidenden Nachteil gegenüber Wolle und bedingt dem Gummi. Man erreicht kein höheres Wurfgewicht! Insbesondere bei der Verwendung von Wolle, saugt sich diese voll Wasser, sodaß man ein an Wurfweite gewinnt, ohne die Sinkgeschwindigkeit des Spinners zu beeinflussen.

regards

Peter Plantage