Abu Garcia Orra SX - die Baitcaster für den kleinen Geldbeutel

 

Abu Garcia Orra SXEher beiläufig blätterte ich in einem Sonderkatalog mit den Produktneuheiten für 2011. Da fiel mein Blick auf eine dunkelgrau/silberne Revo SX und den Schriftzug "Neuheit 2011". Moment mal, das ist gar keine Revo. Gut zu erkennen an dem Produktnamen "Orra SX" ;-)... Nun, wie der Zufall so will, suchte ich ohnehin noch ein Röllchen welches a) meinem Geldbeutel nicht ganz so weh tut und b) die Lücke für Wurfgewichte ab 10 Gramm bis 25-30 Gramm schliesst. Von einer neuen Baitcaster aus dem Hause ABU Garcia wusste ich bisher nichts. Sofort wurde die Suchmaschine des geringsten Misstrauens konsultiert. Aber auch das WWW wusste im deutschsprachigen Raum nicht wirklich viel über die Neue. Ganze zwei Tackle-Shops hatten die Multi bis dato in Ihrem Programm, die Amis kennen die Rolle bereits seit 2009, typisch!

Selbstredend dauerte es nicht lange bis der Postbote das gute Stück lieferte. Ungeduldig wurde die Rolle begrabbelt. Schnurfreigabe, Drillbremse, Wurfbremse und Fliehkraftbremse gedrückt, gesteckt und verstellt und natürlich erstmal die Zeit gestoppt, wie lang die beschleunigte Spule bis zum Stillstand rotiert. Ich kam auf einen Zwischenwert von ca. 8 Sekunden. Die Orra SX kommt nicht nur im gleichen Design der Revo Serie daher, sondern besticht durchaus mit fast untypisch hoher Qualität in diesem Preissegment. Eine Qualität welche ohne Zweifel im Know How der ABU-Schmiede  begründet liegt.

Abu Garcia Orra SX im Fokus

Die Technik der neuen ABU Baitcaster wird von einem leichten 1-teiligen Aluminiumrahmen und Graphit-Sideplanes umgeben. Insgesamt verfügt die Rolle über 7 Kugellager und einem Walzenlager. Als Getriebe ist, analog zu Premier, STX und Co, ein Duragear-Getriebe verbaut. Das Bremssystem ist vom Hersteller mit sagenhaften 7 Kg angegeben und das bei 246 Gramm Eigengewicht. Die Orra gibt es mit einer Kurbel-Übersetzung von 6.4 : 1 und 7.1 : 1 bei der High-Speed-Version. Die Spulenrotation kann mittels einer Pitch-Zentrifugalbremse eingestellt werden.

Pitch Zentrifugalbremse

Bevor die Rolle ihren endgültigen Platz auf einer Triggerrute der MH-Klasse(bis ~30 Gramm) einnahm, montierte ich sie auf eine M-Rute (bis ~20 Gramm). Durch diese Maßnahme versprach ich mir, dass untere Wurfsgewichtsspektrum besser ausloten zu können. Zuerst wurden Jigs mit einem Gewicht von rund 15 Gramm in den Snap gehängt. Da diese wenig windanfällig und schwer genug sind, konnte ich die ersten Würfe auf mich wirken lassen. Wie leichtgängig und gutmütig sich die Spule beschleunigen lässt, war deutlich zu merken nach dem ich auch den letzten Pin "gepitcht" hatte. Selbst kleine Twitchbaits unter 7 Gramm konnten nun auf beachtliche Weiten gebracht werden. Bei schweren Ködern ab 20 Gramm empfand ich es angenehmer einen oder sogar zwei Pins zu ziehen. So wirft es sich einfach angenehmer... Bei der Wurfweite verliert man nicht mal einen Meter, aber die Schnur läuft wesentlich regelmäßiger ab.

Selbstverständlich kann die Orra von der Wurfperformance nicht mit einer Premier mithalten und wird in Sachen Stabilität sicher hinter einer STX zurück bleiben. Aber hier gilt zu bedenken, dass die Rolle ab Markteinführung lediglich mit der Hälfte an Investitionskosten gegenüber ihrer Geschwister, zu buche schlägt.

Sollte man wirklich ein Fazit erwarten, würde ich mich einer typischen Phrase eines Tackle-Reviews bedienen: "Viel Rolle, für wenig Geld!"

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regards
Peter Plantage