Bachforellen-PB zum Saisonauftakt

IntroEndlich war es soweit, 5 Monate Schonzeit waren vorbei! Ich hatte mir fest vorgenommen gleich am 1. März die Forellensaison an meinem kleinen Hausbach zu beginnen. Nach der Arbeit wurde noch schnell das Gerät zusammengepackt und auf an den Bach. Als erstes wollte ich den Bach von unten abfischen, um zu schauen, ob die großen Forellen schon wieder von ihrer Laichwanderung zurückgekehrt waren. Das Wetter war aber alles andere als optimal. Die Sonne schien, starker Wind, und um die 0 Grad minimierten meine Chance. Zusätzlich hatte der Bach Niedrigwasser und war sehr klar, so dass ich mich schon im Voraus fragte, wie ich es erreichen kann, dass die Fische mich nicht vorzeitig erkennen und wie ich am besten die Gumpen anlaufe sollte, damit mein Schatten mich nicht verrät.

So lief ich dann an den ersten Gumpen, der im Vorjahr immer einen Fisch brachte. Als Köder knotete ich einen 3,5er Kopyto in weiß- schwarz an. Doch anscheinend war dieser Gumpen fischleer. So bin ich die ersten zwei Kilometer am Bach entlang gegangen ohne überhaupt einen Fischkontakt registrieren zu können. Ich muss gestehen, es machte sich Enttäuschung breit, nachdem der erste Fisch - ich schätzte die Bachforelle auf ~35cm - nach kurzem, aber heftigen Drill ausstieg. Selbstredend und angefixt durch den ersten Drillmoment des Jahres, versuchte ich es weiter...
...

Bachlauf Schwarzwald 01

Dann endlich, der erste Fisch des Jahres 2011! Ein magerer 37cm Bachforellen Milchner hatte sich den Kopyto geschnappt. Ein Bild ersparte ich mir, da es dort keine geeignete Stelle gab, um ein Selbstauslöserbild zu schießen. Knapp 200 Meter weiter, habe ich bei einer überhängenden Wurzel eine vielversprechende Stelle ausgemacht und mein Glück probiert.

Bachlauf Schwarzwald 02

Da ich dort noch nie eine maßige Forelle erwischt hatte, erhoffte ich mir wenig davon, umso mehr war ich überrascht, als plötzlich eine Bachforelle mit über 30cm den Gummi packte. Ich setzte sofort den Anhieb, aber leider flog mir nur ein Gummifisch ohne Schwanz entgegen. Schnell wechselte ich auf einen pinken 3,5cm Kopyto. Auch wenn, nach so einer Aktion, normalerweise kein Fisch mehr Interesse für den Köder hat, lies ich meinen Köder nochmal vor der Wurzel absinken. Ich kurbelte den Gummifisch langsam ein, so dass er grundnah lief und wurde eines Besseren belehrt. Plötzlich schoss ein großer dunkler Fisch aus dem Versteck und packte sich zwei Meter vor meinen Füßen den Köder. Diesmal hatte ich Glück und der kleine Haken fasste perfekt im riesigem Maul meines Kontrahenten. Unaufhaltsam steuerte die Bachforelle wieder ihren Unterstand an und es schien das ich keine Chance hatte mit der leichten Spinnrute dagegen zu halten. Doch die bewährte Bachkombo bestehend aus einer 183cm Mitchell Elite Spin 2-8Gramm, darauf eine 2000er Spro Black Arc mit immerhin 0,18mm Monofil bespult, hielten Stand und so konnte ich das Tier nach gut zwei Minuten sicher landen. Schnell zwei Bilder mit Selbstauslöser, kurz das Maßband drangehalten und dann durfte der geschuppte Freund schon wieder in seinen Unterstand zurück! Ich konnte es kaum fassen, 46cm und dick wie ich noch keine Forelle aus meinem Bach gefangen hatte.

46cm Bachforelle

Danach gab es dann noch weitere vier Bachforellen, darunter eine 41er, die voll auf einen 7cm Gummifisch knallte. Sichtlich stolz und froh lies ich es dann auch sein und ging bevor es dunkel wurde nach Hause.

Aber schon am nächsten Tag musste ich noch mal ans Wasser.  An einer Brücke, an der ich es am Tag zuvor schon probiert hatte, versuchte ich es mit einem 5cm Kopyto. Beim ersten Wurf knallte mir eine gute Forelle auf den Köder, doch an der Oberfläche schlitzte sie aus. Zweiter Wurf, und Baaaaaam! Offensichtlich war es die Gleiche. Nach kurzem Drill gab es dann die nächste 40+ Bachforelle! 43cm zeigte das Maßband an. Auch ein wunderschöner Fisch, der danach gleich wieder schwimmen durfte.

43cm Bachforelle

Da mir die "Feiertage" zur Fastnacht bzw. Fasching zuwider waren und sind, verbrachte ich etwas Zeit ohne Angel an und in der Nähe unseres Baches. Dabei bemerkte ich, dass das kleine Löschstauwehr ausgebaggert wurde. Es geriet natürlich viel Schlamm in mein Gewässer und zur Folge dessen nahm die Wassertrübung stark zu. Aufgrund der stark veränderten Bedingungen mache ich mir nun große Hoffnungen auf bessere Fänge. Da mich die Fische durch das trübe Wasser nicht mehr so gut erkennen können und auch weniger Scheu vor meinem Köder haben sollten.
Schon am zweiten Gumpen sollte sich meine These bestätigen. Tags zuvor, konnte ich an dieser Stelle und bei klarem Wasser ein paar Forellen mit knapp über 25cm ausmachen. Wie so oft bei der Forellenpirsch am Bach, erfolgte die Attacke schon wenige Kurbelumdrehungen nach dem Auswerfen. Oder war es doch ein Hänger? Nein, nach ein paar weiteren Sekunden war klar, hier muss sich eine bessere Trutte am 3,5cm Kopyto in gelb-rot vergriffen haben. Denn der Hänger bewegte sich und auf einmal kam eine große Forelle an die Oberfläche. Nach einem tollen Drill konnte ich den Fisch dann endlich an einer flachen Stelle landen. Was für ein Fisch! Ganze 48cm,  wunderschön und dazu noch die größte Forelle, die je in meinem Hausgewässer gefangen wurde. Besser konnte die Forellensaison gar nicht beginnen.

48cm Bachforelle

Kaum zu glauben, das nächste Bild zeigt den Gumpen dem ich diese Schönheit entlocken konnte. Auf das sie dort noch lange lebt ;-)

Gumpen im Bach

Erfolgsköder waren an diesem Tag 3,5er Kopytos in weiß/schwarz, motoröl goldglitter und chartreuse glitter. Auch 5er und 7er Kopytos fingen. Ich fische überwiegend mit Gummiködern auf Forelle, da ich sie gut an Hindernissen vorbeifischen kann und die Hängergefahr durch den Einzelhaken nicht besonders hoch ist. Besonders die Tatsache, dass kleine Jigs wenig strömungsanfällig sind und sich dadurch sehr einfach grundnah fischen lassen, ist ein klares Pro. So können auch tiefstehende Forellen unter Wuzeln oder Steinen den Köder gut wahrnehmen. Oftmals sind genau das die Verstecke der Kapitalen...
In den Sommermonaten komme aber auch ich nicht an Wobblern vorbei. Die Fische reagieren in der warmen Jahreszeit sehr aggressiv auf jede Bewegung und kommen sogar an die Oberfläche um sich einen vermeintlichen Beutefisch zu schnappen. Auch bei trübem Wasser mit erhöhtem Wasserstand sind Wobbler oftmals besser, da die Fische dann mitten in den Gumpen stehen und sie alles packen was fressbar sein könnte.

Köder meines Vertrauens - die bei einem Trip an den Bach für mich immer dabei sein müssen - sind: Kopytos in den Größen bis 6,5cm, Softjerks wie Hellgies und Shad Impacts von Keitech. Bei den Wobblern sind hier Illex Tiny fry 50 und DD Chubby, der schön am Grund wühlt ohne hängen zu bleiben, zu nennen.

Ich würde mich sehr freuen dem Ein oder Anderen mit der Beschreibung meiner Art der Bachfischerei geholfen zu haben und wünsche euch viel Spaß am Wasser und natürlich dicke Forellen.

Gruß Nico{jcomments on}