Mit BigBaits zum Rekordhecht

Intro - PounderUnser Mitglied Florian Berger aka Mawg.Dawg fischt schon seit geraumer beharrlich seine BigBaits. Die typische Einstellung "Klasse, statt Masse" ist seine Philosophie des Angelns.
Nun, er hat schon mehrfach auf unserer Seiten bewiesen, dass diese Rechnung immer wieder aufgeht. Diesmal hat er aber mit dem größten Hecht seiner Karriere, die Schallmauer der 140cm durchbrochen. Mit diesem Fang wird er mit Sicherheit über Jahre hinweg, zu den Fängern der größten Hechte aller Zeiten angehören. Erwähnenswert auch, dass dieser Fang nicht der Trophäen-Geilheit zum Opfer gefallen ist, sondern immernoch schwimmt(Catch and Release Rekord).

Aber lassen wir einfach den Fänger selbst sprechen...


Um 10 Uhr 30 warf ich an diesem prägenden Tag meinen Köder das erste Mal an einem meiner Lieblingsspots auf einem kleinen See aus. Bis um 11:30 Uhr befischte ich intensiv mehrere Spots die mir in diesem Jahr schon den ein oder anderen guten Fisch gebracht haben, aber alles leider ohne Erfolg. Ich legte ersteinmal eine kleine Pause ein, um mir darüber Gedanken zu machen wo ich denn nun hinfahren sollte um das Saisonziel doch noch zu erreichen. Nämlich einen Großhecht jenseits der magischen 1.20er Marke zu fangen. Ich erblickte einen Spot den ich dieses Jahr nur spärlich befischt hatte und entschloss mich diesen anzusteuern.
Am Spot angekommen wollte ich gerade den ersten Wurf mit einem Magnum Bull Dawg machen, als ich zu mir selbst sagte und dies auch laut aussprach:
"Wenn du in dieser Saison noch einen richtig großen Fisch fangen möchtest, dann montiere verdammt nochmal auch einen richtig großen Köder!!!"
Gesagt getan. Ich montierte einen Pounder und warf diesen, so gut es eben ging, mit meiner Sling Blade aus.Rekordhecht
Ich pullte den Köder in circa 6-8m Wassertiefe. Gefühlvoll, aber doch mit einer gewissen Härte gab ich dem Köder einen Pull nach dem anderen. Ich sah den Köder, der im "errigierten" Zustand knapp 60 cm lang ist, aus ungefähr 4m unterm Boot hochkommen und führte diesen von meinem Boot weg. Dann geschah es. Ich gab dem Pounder gerade den letzten langen Zug nach oben, als ein monströser Hecht unterm Boot hervorgeschossen kam. Von da an verlief alles in Zeitlupe....
Ich sah nur noch wie dieses Monster, die Muddi aller Muddis, den Pounder mit brachialer Gewalt inhalierte.
Irgendwie ein komisches Gefühl, wenn ein Pounder einfach so verschwindet. Zum Glück schoss der Fisch von mir weg, sodass ich einen harten Anschlag, entgegen ihrer Schwimmrichtung, sicher setzten konnte. Die Sling Blade verneigte sich fast bis ins Handteil, weil ich dem Fisch keine Schnur geben wollte. Ich wollte die Chance nutzten, dass der Fisch so nah am Boot gebissen hatte, um sie so schnell wie möglich in meinen Kescher zu dirigiren. Sie schüttelte ihren Kopf extrem heftig, aber die Haken saßen. Nach circa 45 Sekunden umgarnten sie die Maschen meines Keschers. Doch diese 45 Sekunden kamen mir wie eine Ewigkeit vor, in der ich Stoßgebete zum Hechtgott schickte.
Nun lag sie vor mir in meinem Kescher und mein erster Gedanke war: Mein erster 40 Pfünder!
Da ich alleine unterwegs war, rief ich kurz bei unseren Mitgliedern Bässmän und Biervampier an, die zum Glück nicht weit entfernt schnell am Ufer waren. Nun hieß es Ruder in die Hand und los. Der Fisch lag zum Glück friedlich in meinem großen Speedflow, welcher sich natürlich die ganze Zeit über im Wasser befand. Am Ufer angekommen begann das Messen. Als das Maßband das erste Mal angelegt wurde, dachte ich, dass wir irgendetwas falsch machen oder das Maßband kaputt ist. 140cm, konnte dies sein. Wir maßen 5 mal mit zwei Maßbändern nach und das unglaubliche Ergebnis stand fest:
140,5 cm Länge und 68 cm Umfang und damit auch Catch and Release Rekord!!!
Das war der totale Schock...
Nun hieß es noch ein paar Fotos schießen und den Fisch dann Releasen. An dieser Stelle an alle Fotoenthusiasten. Sorry für die Bilder. Aber meine Meinung ist: Lieber ein schlechtes Foto, als einen toten Fisch. Um ihr noch mehr Stress zu ersparen machten wir nur eine schnelle Fotosession. Wie ihr auf einigen Bildern sehen könnt ist sie die ganze Zeit über physisch extrem fit gewesen. :)
Rekordhecht
Der Dank für die kurze Fotosession war dann auch, dass sie abzog wie ein kleiner Grashecht.
Danach saß ich am Ufer und fühlte mich als hätte mir jemand 5 Liter Heroin intravenös gespritzt. :D
An dieser Stelle nochmal einen fetten Dank an meine Kumpels vom Raccons Team. Ihr seit spitzte !
Bei Dominik konnte ich mich ja bereits revanchieren, da ich seine Fotos vom 53er machen durfte:)
Und jetzt sieht mein angeln so aus: Ich pimmel meist bei Danny im Boot rum und quatsche ihn mehr voll als zu angeln, in der Hoffnung seinen PB irgendwann keschern zu können. :D